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Geschichte der Stadtbibliothek

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Kleine Chronik der Stadtbibliothek Essen

Von der Lesehalle zur ausgebauten Stadtbibliothek: 1902 bis 1933

1902

Am 3 März wird die städtische Bücherhalle zu Essen in dem Hause Kettwiger Straße 8 mit 4.000 gespendeten Büchern eröffnet.

 

1904

Umzug in die Chausseestraße 12 – 14 in ein Haus, das Julius von Waldthausen der Stadt zur unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung stellt. Der notwendige Umbau wird zudem durch seine Stiftung finanziert. Im Erdgeschoss befinden sich ein Magazin mit 6.000 Bänden, im ersten Obergeschoss die „Lesehalle“, der Lesesaal, mit 70 Sitzplätzen und einer Handbibliothek von 600 Bänden. Der ersten Bibliothekarin Margarete Stahl werden vier weibliche Hilfskräfte zur Verfügung gestellt.

Dr.Constantin Hilger, von der Badischen Hof- und Landesbibliothek in Karlsruhe kommend, übernimmt die Oberleitung der städtischen Bücherhalle sowie der sich in Planung befindlichen wissenschaftlichen Stadtbibliothek.

 

1905

Eröffnung der wissenschaftlichen Stadtbibliothek.

Der Historische Verein für Stadt und Stift Essen übergibt der Stadtbibliothek seine Bibliothek. Das ist die Geburtsstunde der Abteilung Stadtgeschichte Essen / Heimatkunde.

 

1915

Die Stadtbibliothek erhält die Bibliothek des 1865 gegründeten Essener Gewerbevereins mit 12.000 Bänden.

Nachfolger des verstorbenen Direktors Dr. Hilger wird Dr. Eugen Sulz.

Foto: Bücherhalle im Jahr 1904

Chauseestraße 12, Domizil der Bücherhalle ab 1904

Foto: Buchausleihe im Jahr 1906

Buchausleihe, 1906

1915 –1933

 

Im Zuge der Eingemeindung kommt bereits 1915 die Bücherhalle Altenessen als erste Zweigstelle zur Bücherhalle hinzu, 1917 ergänzt durch die Bücherei des Essener Gewerbevereins als weitere Zweigstelle im Stadtteil Rüttenscheid. In der Folge wächst das Zweigstellennetz um Bibliotheken in den Stadtteilen Borbeck (1920), Essen-West (1928) sowie vor allem durch die Eingemeindungen von Steele, Stoppenberg, Karnap, Heidhausen im Jahr 1929 sowie von Kray im Jahr 1932.

 

1917

Bücherhalle und Lesehalle werden ins benachbarte „Keramikhaus“ verlegt. Die Bezeichnung „Stadtbüchereien“ wird zum ersten Mal verwendet.

Die wissenschaftliche Stadtbibliothek bleibt im alten Standort.

 

1919

Die Stadtbibliothek erhält durch letztwillige Verfügung die bedeutende Bibliothek des Apothekers und Heimatforschers Wilhelm Grevel mit 5.800 Bänden.

Vom Deutschen Frauenbund wurde die erste städtische Kinderlesehalle im Volkskindergarten in der Alfredistrasse eröffnet.

 

1921

Gründung einer Volksbüchereischule der Stadtbibliothek Essen. Sie diente der Fortbildung der Volksbibliothekare für den Dienst an den wissenschaftlichen Abteilungen von Stadtbibliotheken. Sie bestand bis 1933.

 

1928

Die Büchereien der Stadt Essen haben zu diesem Zeitpunkt 160.000 Bände, davon 30 % Schöne Literatur. Sie haben 12.022 aktive Leser. Es dürfen höchstens 3 Bücher aus dem Bereich der schöngeistigen Literatur ausgeliehen werden. Die Leihfrist beträgt 21 Tage, für wissenschaftliche Literatur 31 Tage. Der Umtausch für schöngeistige Literatur darf frühestens nach 8 Tagen erfolgen. Die Jahresausleihe betrug 390.216 Bände, davon 75 % schöngeistige Literatur.



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Foto: Vorderansicht der Stadtbücherei in der damaligen Hindenburgstraße

1930

In der Stadtbibliothek und den Zweigstellen Borbeck und Altenessen werden Lesesäle mit Zeitungen eingerichtet.

Eröffnung des neuen Gebäudes der Stadtbibliothek (Zentralbibliothek) in der Hindenburgstraße 25 –27. Die Architekten sind Georg Metzendorf und Jacob P. Schneider.

„Die Essener Stadtbüchereien sind eine moderne Einheitsbücherei, d. h. eine Verwaltungseinheit einer Anzahl getrennter Büchereibetriebe. Das Besondere des Essener Typs, wodurch die Essener Stadtbücherei für eine Reihe deutscher Bildungsbüchereien zum Vorbild wurde, ist die Tatsache, daß als getrennte Betriebe sich in Essen nicht nur eine einheitliche Zentralbibliothek und neue Quartierbibliotheken (Zweigstellen) gegenüberstehen, sondern daß die Zentralbibliothek wieder neben der Gesamtverwaltung sich in verschiedene Betriebseinheiten aufteilt, nämlich 1. die Volksbücherei-Hauptstelle: Ausleihe und großer Lesesaal, 2. die wissenschaftliche Bücherei: Ausleihe, Katalogzimmer und Studiensaal, 3. die Jugendbücherei: Ausleihe und Kinderlesesaal, 4. die Musikbücherei mit Musikvorführungsraum. Dazu treten noch ein kleinerer Vortragsraum, bestimmt für Einführungsvorträge in Literatur- und Musikwerke (Radio-Anschluß, Stehbildwerfereinrichtung und Übertragungsanschluß vom Musikzimmer sind vorgesehen), und ein Unterrichtsraum, welcher der regelmäßigen Weiterbildung des gesamten Büchereipersonals und der Bibliothekspraktikanten (Vorbereitung für den höheren und den mittleren Volksbüchereidienst) dient.

In dem Neubau Stadtbücherei nimmt die Zentralbibliothek den Hauptteil des Gebäudes ein. Die rechte Seite mit besonderem Eingang ist den Büros der Akademischen Kurse und der Volkshochschule überlassen. Links vom Schauspielhaus-Eingang ist das Erdgeschoß dem Theaterrestaurant vorbehalten.“

(Eugen Sulz, Der Neubau als Spiegel der inneren Organisation, in: Frühjahr 1930: Zur Eröffnung der neuen Stadtbücherei in Essen.)

 

Die „Musikalische Volksbücherei der Stadt Essen“ wird eröffnet und von Dr. Ernst Reichert bis zur Zerstörung 1943 geleitet. Den Grundstock bildete eine Schenkung des Musikpädagogischen Verbandes Essen, die etwa 1.000 Notenbände umfasste.

Vorderansicht der neuen Stadtbücherei in der damaligen Hindenburgstraße

Foto: Die Stadtbücherei im Jahr 1930 aus der Vogelperspektive

Die neue Stadtbücherei - links dahinter das Schauspielhaus



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