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Geschichte der Stadtbibliothek

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Kleine Chronik der Stadtbibliothek Essen

Die Zeit des Nationalsozialismus: 1933 bis 1944

1933

Der städtische Bibliotheksdirektor Dr. Sulz wird unter Berufung auf das Gesetz zur Wiederherstellung  des Berufsbeamtentums von den Nationalsozialisten beurlaubt. Mit der Leitung der Stadtbüchereien wurde der bekannte Nazi-Dichter Richard Euringer beauftragt, der dieses Amt bis Oktober 1936 innehatte.

 

Öffentliche Bücherverbrennung von Büchern aus den Stadtbüchereien auf dem Gerlingplatz.

Foto: Bücherverbrennung auf dem Gerlingplatz, 1933

Bücherverbrennung auf dem Gerlingplatz, 21. Juni 1933

1933 - 1944

 

Die Zahl der Zweigstellen steigt 1933 mit der Eröffnung der Bibliothek in Heisingen auf zehn. 1938 kommen Kupferdreh und Werden hinzu, während der Kriegsjahre 1942 die Margarethenhöhe und 1943 Stadtwald.

 

1934

Seit 1933 werden in den Stadtbüchereien „40.000 Bände ausgemerzt“, von denen ein erheblicher Teil auf den ‚Friedhof der jüdisch-marxistischen Literatur’ im Magazinturm, wie er in der Bücherei genannt wurde, vorläufig untergebracht war. Konsequenz: Die Benutzung der Stadtbüchereien geht spürbar zurück.

 

1935

Die Blindenbücherei (Punktschriftbücherei) wird von der Stadtbibliothek verwaltet.

 

1937

Unter der Bezeichnung „Bücherei der jungen Mannschaft“ hat die Stadtbibliothek im 3. Stockwerk ihres Hauptgebäudes eine neue Bücherei geschaffen, die hauptsächlich den Führern und Mitgliedern der HJ und des BDM zur Verfügung stehen soll.

 

1938

Dr. Carl Jansen, bisher der Leiter der Stadtbücherei Berlin-Charlottenburg, tritt seinen Dienst als Direktor der Stadtbibliothek an.

1943

Auslagerung von 10.000 besonders wertvollen Büchern in die Kasematten der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz.

 

Bombenschäden am 5./ 6. März und 12. März an der Hauptstelle.

„Nach langwierigen Aufräumungs- und Instandsetzungsarbeiten durch Personal, Arbeitsdienst und Kriegsgefangene gelingt es, eine beschränkte Ausleihe im Erdgeschoss wieder zu eröffnen. Bei einem weiteren nächtlichen Großangriff im Juli jedoch brennt das Gebäude völlig aus. Hierdurch wird vor allem der Bestand der wissenschaftlichen Bibliothek schwerstens betroffen, von dem über 80 % verloren gingen, sowie die Musikbücherei, die fast völlig vernichtet wurde. Die Gesamtverluste der Hauptbücherei belaufen sich einschl. früherer Teilverluste auf rund 130.000 Bände.“
Foto: Die zerstörte Bücherei

Die zerstörte Bücherei



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