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Geschichte der Stadtbibliothek

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Kleine Chronik der Stadtbibliothek Essen

Wiederaufbau und Ausbau des Bibliothekssystems: 1945 bis 1977

1945

Eine im Dezember 1945 erfolgte Bestandsaufnahme ergab für die Stadtbücherei einen aktiven Bestand von 85.056 Bänden, davon 16 712 unerwünschtes Schrifttum. Durch Kriegseinwirkung sind 195.810 Bände abgegangen.

 

1945 – 1949

Nach 1945 werden die teilweise kriegsbedingt vorübergehend geschlossenen Zweigstellen sukzessive wiedereröffnet.

Einige müssen mehrmals umziehen, bis sie einen längerwährenden, in einigen Fällen noch heute gültigen Standort erreichen. Zu den Ende 1946 noch funktionsfähigen zwölf Zweigstellen in Altenessen, Borbeck, Steele, Stoppenberg, Kray, Heisingen, Heidhausen, Kupferdreh, Stadtwald, Werden, Margarethenhöhe kommen 1947 die Bibliothek in Karnap und 1948 die in Rüttenscheid wieder hinzu.

 

1946

Dr. Eugen Sulz wird wieder in seine frühere Funktion als Direktor der Stadtbüchereien eingesetzt. Dr. Jansen wird zweiter Direktor bei einer klaren sachlichen Aufteilung der Aufgaben.

 

1947

Neueröffnung der wissenschaftlichen Bibliothek in den Parterreräumen der Abtei Werden mit dem Restbestand von 25.000 Bänden von früher 125.000.

 

1950 –1977

In der Zweigstelle Steele wird anlässlich eines Umzuges in größere Räume die erste Freihandabteilung für Essen eingerichtet. Dies ist ein wegweisender Schritt zur Modernisierung des Bibliotheksystems.

 

Die Zweigstelle Altenessen eröffnet 1953 im vierten Stock des Neubaus des Bezirksamtsgebäudes als erste komplette Freihandbücherei der Stadtbüchereien. In den folgenden Jahren bis 1973 werden in Abhängigkeit von den notwendigen Räumlichkeiten alle Zweigstellen sukzessive auf Freihand umgestellt.

Und der Ausbau des Zweigstellennetzes geht voran: 1952 Frohnhausen, 1959 Katernberg, 1966 Holsterhausen und Bochold, 1967 Bergerhausen, 1968 Dellwig und Huttrop, 1970 Schonnebeck. 1975 kommt durch die Eingemeindung die Schiller-Bibliothek in Kettwig hinzu, 1977 die Zweigstelle in Altendorf.

 

1950

Durch einen Wassereinbruch über einem Magazin der wissenschaftlichen Abteilung im Abteigebäude Werden werden rund 6.000 Bände mehr oder weniger stark beschädigt, darunter auch einige unersetzbare Werke.

 

1952

Nicht zuletzt aufgrund der Senkung der Ausleihgebühren steigen die Ausleihzahlen der Stadtbüchereien seit 1950 um mehr als das Doppelte und liegen nun bei 461.480.

Dr. Eugen Sulz tritt in den Ruhestand. Dr. Jansen wird wieder alleiniger Direktor der Stadtbüchereien.



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1956

Am 8. Februar wird die am alten Standort wieder errichtete Zentralbücherei in der Hindenburgstraße der Öffentlichkeit übergeben. Im selben Haus untergebracht sind die Volkshochschule, die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie und die Staatliche Büchereistelle für den Regierungsbezirk Düsseldorf, deren nebenamtliche Leitung Dr. Jansen innehat.

 

1959

Die Bibliothek des Britischen Informationszentrums „Die Brücke“ im Gebäude des Handelshofs wird in die Verwaltung der Stadtbüchereien übernommen.

Ein erstes Fahrzeug für die Fahrbibliothek wird in den Dienst gestellt. Das Fahrzeug fährt 7 Haltepunkte in den Außenbezirken der Stadt an.

Die bisherige Punktschrift-Bücherei für Blinde wird ergänzt durch eine Blinden-Hörbibliothek.

 

1962

Einführung der Gebührenfreiheit für Kinder und Jugendliche.

Zum ersten Mal seit Bestehen der Stadtbücherei übersteigen die Ausleihzahlen mit 1.010.363 die Millionengrenze.

 

1964

Bibliotheksdirektor Dr. Carl Jansen geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist sein langjähriger Stellvertreter Dr. Franz Michels.

 

Übernahme der Verwaltung der Bücherei des bisherigen „Amerikahauses“, die gemeinsam mit der britischen Bibliothek „Die Brücke“ im Handelshof untergebracht wird.

 

1966

Neueröffnung des Lesegartens in der Gruga, der als Saison-Bücherei von April bis Oktober für die Besucherinnen und Besucher des Gruga-Parkes geöffnet ist.

Direktor Dr. Franz Michels scheidet wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Dienst. Sein Nachfolger wird der bisherige Stellvertreter Dr. Hans-Joachim Kuhlmann.

Die Stadtbüchereien erhalten den ca. 85.000 Bände umfassenden Bestand der aufgelösten Kruppschen Bücherhalle als Geschenk. Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in städtische Dienste übernommen.

Foto: Außenansicht der neuen Stadtbücherei 1956
Foto: Der Freihandbereich der neuen Stadtbücherei 1956

Die neue Stadtbücherei, 1956

Foto: Autobücherei 1959

Autobücherei 1959

Foto: Lesegarten in der Gruga

Lesegarten in der Gruga



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1967

Errichtung eines hauptamtlichen Lektorats mit sieben Lektorinnen und Lektoren, die sowohl für den Bestandsaufbau der Wissenschaftlichen Bibliothek wie auch der Allgemeinen Büchereien zuständig sind. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit einer grundlegenden organisatorischen Neugliederung der Büchereien.

Die Bibliothek für Blinde wird aus der Hauptstelle in die Freytagstraße 29 verlegt.

 

1968

Auszug der Staatlichen Büchereistelle aus der Zentralbücherei in die Hachestraße.

Schließung der Zweigstelle Heidhausen, die als Thekenbücherei im Rathaus Heidhausen untergebracht war. Sie wird durch einen Haltepunkt der Fahrbücherei ersetzt.

 

1969

Der Rat der Stadt beschließt die gebührenfreie Benutzung der Stadtbüchereien für alle Leserinnen und Leser.

 

1971

Umbenennung der „Stadtbüchereien der Stadt Essen“ in „Stadtbibliothek Essen“.

Auszug der Volkshochschule aus der Zentralbibliothek in das neu erbaute Haus der Erwachsenenbildung an der Hollestraße.

Die Bibliothek des Französischen Kulturzentrums wird Einrichtung der Stadtbibliothek.

 

1972

Vereinigung der Bibliotheken der „Brücke“ und des Amerikahauses auf einer Etage des Handelshofs zur Britisch-Amerikanischen Bibliothek.

 

1973

Beginn des Einsatzes von Datenverarbeitung. Arbeit mit dem System BASIS mit Klarschriftdrucker TE 23 und IBM 3278. Ausleihverbuchung über Tastatur.

Die Fahrbibliothek setzt ein zweites Fahrzeug ein. Insgesamt werden 22 Haltepunkte angefahren.

Schließung der letzten Thekenbücherei auf der Margarethenhöhe.

Erstmals werden mehr als 2 Millionen Bücher entliehen.

 

1976

Bürgerproteste gegen die geplante Schließung der Stadtteilbibliothek Karnap sind erfolgreich.

1977

75-jähriges Gründungsjubiläum der Stadtbibliothek.

Sozusagen als Jubiläumsgeschenk wird die Zweigstelle Altendorf als integrierte Schul- und Stadtteilbibliothek in der Gesamtschule an der Bockmühle eröffnet, die einerseits Schulbibliothek für die Gesamtschule ist, andererseits allen Bürgerinnen und Bürgern auch als Stadtteilbibliothek zur Verfügung steht.

Mit dieser Zweigstelle erreicht das Bibliothekssystem seine größte Ausdehnung: Es umfasst neben der Zentralbibliothek 23 Zweigstellen, zwei Bücherbusse, eine Blindenbibliothek, die Britisch-Amerikanische Bibliothek sowie die Französische Bibliothek.

Foto: Integrierte Schul- und Stadtteilbibliothek Altendorf in der Gesamtschule Bockmühle

Integrierte Schul- und Stadtteilbibliothek Altendorf in der Gesamtschule Bockmühle



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