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1979
Essens erste Artothek wird in der Stadtteilbibliothek Steele eingerichtet, die zwei Jahre zuvor in neue Räume mit einer kompletten Neuausstattung umziehen konnte und über ausreichend Platz verfügt. Die Artothek besteht aus 150 Bildern, die sich Interessenten ausleihen können.
1980
Der erste Band der Essener Bibliographie von Dr. Wilhelm Sellmann als eine der umfassendsten stadtgeschichtlichen Bibliographien erscheint. Die weiteren Bände folgen in den Jahren 1986 und 1991.
Beginn der Aktion „Gedicht des Monats“ zur Förderung Essener Autoren. Die großzügig in Ausleihstellen der Stadtbibliothek verteilten Gedichtblätter gab es kontinuierlich bis September 1985. Ab Januar 1986 folgte noch kurzfristig eine Reihe „Text des Monats“.
1981
Letzte Saison des Lesegartens in der Gruga. Der Pavillon des Lesegartens wird ab 1982 von Essener Künstlern als „Sommergalerie“ genutzt.
Die Ausleihe steigt auf knapp 3 Millionen Bände.
1982
Die ab 1982 angeschafften Medien werden nicht mehr auf Zettelkatalogen, sondern über EDV erfasst und auf Microfiche-Katalogen ausgegeben.
Der Rat der Stadt beschließt mit Wirkung ab 1. Januar 1983 die Einführung einer Benutzergebühr von 2 DM pro Kalenderjahr und Überschreitungsgebühren von 2, 4 und 6 DM pro ausgeliehenem Gegenstand und Woche.
1983
Die Zentralbibliothek in der Hindenburgstraße schließt Ende August wegen umfangreicher Umbauarbeiten.
1984
Die umgebaute Zentralbibliothek wird am 3. Mai wiedereröffnet. Sie fasst die ehemaligen Teilbibliotheken Allgemeine Bibliothek, Wissenschaftliche Bibliothek, Musikbibliothek und Britisch-Amerikanische Bibliothek zu einer Erwachsenenbibliothek der Zentralbibliothek mit einer einzigen Verbuchung zusammen.
Auf 3 Etagen stehen nun ca. 130.000 Bücher und andere Medien in Freihand, während zuvor lediglich circa 75.000 Bände der Allgemeinen Bibliothek frei zugänglich waren.
Beschluss des Stadtrates zur Erhöhung der Benutzergebühr auf 3 DM pro Kalenderjahr mit Wirkung ab 1. Januar 1985.
Nachfolger des wegen Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand getretenen Dr. Hans-Joachim Kuhlmann wird der bisherige Stellvertreter Reinhard Brenner.
1987
Ein riesiger Bücherwurm, bestehend aus Mitgliedern der ötv-Gruppe der Stadtbibliothek Essen, zieht durch die Innenstadt zum Rathaus. Dort überreicht er Oberbürgermeister Peter Reuschenbach eine knapp 12.000 Unterschriften umfassende Protestliste gegen Zweigstellen- und Personalabbau.
Wiedereröffnung der Zweigstelle Schonnebeck als integrierte Schul- und Stadtteilbibliothek in der neuerbauten Gustav-Heinemann-Gesamtschule nach dem Vorbild Altendorf.
1988
Nach Beschluss des Rates der Stadt werden als Maßnahmen zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes die Stadtteilbibliotheken Bergerhausen und Rüttenscheid sowie die Bücherei für Blinde geschlossen und ein Bücherbus stillgelegt.
Die Stadtteilbibliotheken Heisingen und Kupferdreh sowie Kettwig und Werden werden zu „Tandembibliotheken“ zusammengelegt und ihre Öffnungszeiten auf zwei bzw. drei Tage in der Woche verringert.
Eröffnung der neuen Zentralbibliothek im Gildehof.
Die Delegation der Bürgerinitiative „Pro Bücherei“ überreicht im Rathaus Essen eine Unterschriftenliste mit 3809 Unterschriften gegen die geplante Teilschließung der Stadtteilbibliothek Kettwig.
Dennoch beschließt der Rat der Stadt Essen die Reduzierung der Öffnungszeiten auf drei Tage in der Woche. Kettwiger Bürger gründen daraufhin den Förderkreis der Stadtteilbücherei Kettwig e.V.
1989
Durch die Schließung eines Bücherbusses schrumpft das Haltestellennetz der Fahrbibliothek von früher 24 auf nunmehr 16 Haltestellen bei teilweise erheblich gekürzten Haltezeiten.

Die umgebaute Zentralbibliothek, 1984

Der Bücherwurm der ötv-Fachgruppe Bibliotheken protestiert gegen geplante Zweigstellenschließungen

Die neue Stadtbibliothek im Gildehof, 1988
1994
Das gemeinsam mit der VHS organisierte und über die Stadtbibliothek finanzierte Literaturtelefon muss trotz guter Resonanz aus Gründen der Haushaltskonsolidierung eingestellt werden.
Die Stilllegung des zweiten Bücherbusses bedeutet das endgültige Ende der Fahrbibliothek.
Reduzierung der Öffnungszeiten der integrierten Schul- und Stadtteilbibliotheken Schonnebeck und Altendorf von 36,5 auf 30 Stunden pro Woche.
Erhöhung der Jahresgebühr für Erwachsene von 4 DM auf 12 DM.
1995
Schließung der Zweigstellen Bochold, Dellwig, Karnap, Kupferdreh und Heisingen.
1996
Kürzung der Öffnungszeiten der Zweigstellen in Freisenbruch, Katernberg und Stadtwald von fünf auf drei Tage, sowie der Zweigstellen Kray und Stoppenberg von fünf auf zwei Tage.
Gründung des Förderkreises der Stadtteilbibliothek Katernberg e.V.
1997
Der Stadtrat beschließt, das erfolglose und bereits geschlossene Gildehofbad für die Unterbringung der Zentralbibliothek umzubauen.
Schließung der Zweigstelle Steele am Dreiringplatz.
1999
Eröffnung der Zentralbibliothek in den umgebauten Räumen des ehemaligen Gildehofbades. Der Bauentwurf stammt vom Kölner Architektenbüro von Lom & Partner.
Die konventionelle interne Organisation der Zentralbibliothek wird mit dem Umzug in die neuen Räume zugunsten von integrierten Arbeitsteams aufgegeben, in denen, bezogen auf bestimmte Sachgruppen, alle betriebsinternen bibliothekarischen Arbeitsfelder in kleinen, selbstverantwortlichen Arbeiteinheiten zusammengefasst sind.
Dies führt nach einer Zeit der Umstellung zu einer bemerkenswert höheren Effizienz und zu einer Beschleunigung aller Arbeitsgänge im Interesse der Benutzerinnen und Benutzer der Stadtbibliothek.
Parallel dazu wird das Bibliotheksverwaltungssystem Bibdia im gesamten Bibliothekssystem eingeführt. Recherchen im Online-Katalog und der Zugriff auf die eigenen Bibliothekskonten sind nun über das Internet auch von zuhause aus möglich.

Eröffnungsfeier am 19. August 1999
2000
Die Stadtbibliothek ist mit einer eigenen Homepage mit der Adresse www.stadtbibliothek.essen.de im Internet.
Eine neue Benutzungsordnung und Gebührensatzung der Stadtbibliothek tritt in Kraft.
Die Jahresgebühr wird für Erwachsene auf 24,00 DM, für 12- bis 17jährige auf 12,00 DM festgesetzt. Für Kinder unter 12 Jahren ist die Benutzung der Stadtbibliothek ab sofort kostenlos. Überschreitungsgebühr je ausgeliehenem Gegenstand und Öffnungstag 0,50 DM bis zum Betrag von 10,00 DM. Einzelgebühren für Videofilme, CDs, CD-Roms usw. fallen weg.
2001
Der Leiter der Französischen Bibliothek, Herr Vincent, übernimmt in Personalunion die Leitung des Deutsch-Französischen Kulturzentrums, das organisatorisch an die Stadtbibliothek angebunden wird.
2002
Die Stadtbibliothek feiert ihr 100-jähriges Jubiläum mit einer Fülle von Veranstaltungen. Höhepunkte sind der Tag der Offenen Tür am 3. März sowie der feierliche Festakt am 1. Juli.
Nach langen Diskussionen wird das neue Bibliothekskonzept vom Rat der Stadt verabschiedet, das weitere Zweigstellenschließungen nicht mehr vorsieht. Die ursprünglich geforderte Einsparungssumme von 2,1 Mio. DM wird reduziert, jedoch sind bis zum Jahr 2004 11,5 Stellen im Bereich der Stadtbibliothek einzusparen. Das Bibliothekskonzept beinhaltet auch die Umwandlung der integrierten Schul- und Stadtteilbibliotheken Altendorf und Schonnebeck zu Jugendbibliothekszentren.
2003
Der Rat der Stadt beschließt mit der neuen Satzung die Erhöhung der Jahresbenutzungsgebühr auf 16 € für Erwachsene und 8 € für Jugendliche.
Die Sammlung Jellinek-Mercedes, eine aus ehemals jüdischem Besitz stammende Sammlung der Gesamtwerke der größten europäischen Komponisten, kann nach Verhandlungen mit den Erben des ehemaligen Besitzers für die Musikbibliothek gesichert werden.
Gründung des Vereins „Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Essen e.V.".
2004
Nach gründlichen Umbauten der Räume werden das mit dem Bibliothekskonzept 2002 beschlossene Jugendbibliothekszentrum Altendorf und das Gustav-Heinemann-Jugendbibliothekszentrum in Schonnebeck eröffnet.
Beide Einrichtungen werden neu möbliert und der Medienbestand wird bedarfsgerecht erneuert. Die Jugendbibliothekszentren sind vornehmlich Schulbibliothek für die Gesamtschulen und die umliegenden Schulen und Kindergärten.
Für die Bevölkerung wird jedoch eine begrenzte Ausleihzeit aufrecht erhalten.
Gemeinsam mit den Stadtbibliotheken in Duisburg, Bochum, Mülheim an der Ruhr, Gelsenkirchen und Mönchengladbach wird mit der Adresse www.bibliothekenrheinruhr.de das Portal der Digitalen Bibliothek (DigiBib) in Betrieb genommen. Mit einer Recherche können nun gleichzeitig die Kataloge der beteiligten Bibliotheken durchsucht werden. Eine Ausweitung auf weitere Kataloge und Datenbanken ist problemlos möglich.
2005
Mit 3.169.620 Entleihungen erzielt die Stadtbibliothek das beste Ausleihergebnis in ihrer Geschichte.
Eine gründliche Aufarbeitung der Geschichte der Stadtbibliothek mit zahlreichen Bildern und eine ausführlichere Chronik finden Sie in dem Buch „Der Schlüssel zur Welt“. 100 Jahre Stadtbibliothek Essen. Hrsg. von Reinhard Brenner und Klaus Wisotzky. Essen: Klartext Verlag 2002. (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Essen; 5.)
Zu beziehen über jede Buchhandlung.